E-paper - 08. Juli 2015
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Zu wenig Franken im TV

Fränkischer Bund beklagt Ignoranz des Bayerischen Fernsehens

n BAYREUTH Gibt es zu wenig Fränkisches im Fernsehen? Der Fränkische Bund wirft den Münchner TV-Machern genau dieses vor. Eine Unterschriftensammlung soll Besserung bringen.

„Ich bin der Meinung, dass der Bayerische Rundfunk Franken in Spielfilmen und Spielserien nicht genügend darstellt“ – so lautet der Text auf den Unterschriftenlisten, die der Verein auf seiner Internetseite zum Herunterladen anbietet.

Joachim Kalb ist Mitglied des Landesvorstandes des Fränkischen Bundes. In einer Mail an die Mitglieder schreibt er: „Nicht nur reden, sondern machen, ist bekanntlich unsere Devise! Deshalb haben wir uns kurzfristig entschlossen, etwas gegen den ,ober‘bayerischen Rundfunk (BR), genauer das Bayerische Fernsehen, zu unternehmen.“ Mit der Unterschriftensammlung will der Verein ein Zeichen setzen, „damit der Intendant und der Rundfunkrat endlich mal aufwachen“, sagt Kalb: „Sie erinnern sich, bei unserer Aktion ,Rückführung fränkischer Kulturgüter‘ konnten wir über den Petitionsausschuss damals 14.000 Unterstützerunterschriften vorlegen. Das machte gewaltig Eindruck.“

Der Fränkische Bund setzt sich für den Erhalt und die Pflege fränkischer Kultur, Brauchtum, Mundart sowie der landestypischen Erscheinungsformen der fränkischen Landschaften, Dörfer und Städte ein. Immer wieder machen die Mitglieder mit Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam, mit denen sie „die allgegenwärtige Altbayerndominanz aus unserem fränkischen Lebensraum“ hinauszudrängen versuchen.

Konkret wirft der Verein dem Bayerischen Fernsehen Folgendes vor: Als Mitglied der ARD wäre es Aufgabe des Senders, bundesweit darzustellen, dass Bayern als das größte deutsche Bundesland nicht nur von Bayern, sondern zu einem Drittel von Franken bewohnt wird. Um der Bevölkerung einen realistischen Eindruck von den Verhältnissen zu vermitteln, müsste die Sendezeit der Spielfilme und der Berichterstattung mit regionalem Bezug etwa dem jeweiligen Bevölkerungsverhältnis entsprechen. Der Bayerische Rundfunk kommt seiner Verpflichtung, Franken in dieser Weise angemessen darzustellen, nicht annähernd nach. Das lässt sich insbesondere anhand der Spielfilme und Spielserien, die vom Sender produziert, finanziert und gesendet werden, klar nachweisen. Das habe mindestens zwei Nachteile für Franken: Die Filmindustrie sei größtenteils im Münchner Speckgürtel angesiedelt. Kalb: „Von den vielen Milliarden Euro fränkischer Rundfunkgebühren, die im Laufe der Jahre nach München überwiesen wurden, fließt nur ein kleiner Teil zurück.“ Wenn man so wenig von Franken höre, müsse der Eindruck entstehen, man sei unbedeutend, befürchtet Kalb. heim

Info: Die Unterschriftenlisten können von www.fraenkischer-bund.de heruntergeladen werden. Die ausgefüllten Listen sollten möglichst bald an Fränkischer Bund e.V., Postfach 100 345, 95403 Bayreuth ,

zurückgeschickt werden.

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 8. Juli 2015, Seite 7 (411 Views)

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