E-paper - 16. Juli 2014
Fränkische Zeitung

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DER GESUNDHEITSTIPP:

Zahlreiche Zeugnisse längst vergangener Kulturen belegen die Bedeutung des Bieres als Heil- und Kultgetränk. Wann genau der erste Gerstensaft gebraut wurde, ist nicht bekannt – der früheste schriftliche Nachweis dürfte etwa 6000 Jahre alt sein. In Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, dem heutigen Irak, fand man sumerische Tontafeln, die detailliert Aufschluss über das gesamte Brauverfahren geben. Dass Bier nicht nur ein Genussmittel war, sondern medizinische Bedeutung erlangte, davon zeugen mehr als 1500 Jahre alte ägyptische Skelette. Anthropologen fanden darin Spuren des Antibiotikums Tetracyclin, das wahrscheinlich über Bierhefen in das Getränk gelangte. Biergenuss zur Infektabwehr !?

Wie in Mesopotamien galt Bier auch im alten Ägypten neben Brot als flüssiges Grundnahrungsmittel. Bei der Herstellung vermischte man Weizen und Gerste, die danach vermahlen wurden. Aus dieser Mischung wurde ein Teig geformt, in Tonkrügen gebacken, zerbröckelt und mit Dattelmus vermengt. Durch Zugabe von Hefe begann dieses zu gären. Die Erfinder hatten damals allerdings noch keine Ahnung von den chemischen Zusammenhängen der alkoholischen Gärung. Durch ein Sieb gepresst, durfte die Masse in einem Bottich weitergären.

Hopfen hatten die alten Ägypter natürlich nicht – zum Würzen des Gerstensaftes verwendeten sie Kräuter wie Safran oder Anis. Die Ärzte der Pharaonen nutzten bierhaltige Heilmittel gegen Schmerzen, Husten und Verstopfung. Auch die äußerliche Anwendung des Bieres zur Hautglättung und Porenverfeinerung war im alten Ägypten bekannt.

Zum Wohl!

Ihre Apothekerin Petra Helm, easyApotheke Bayreuth-Süd

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 16. Juli 2014, Seite 11 (272 Views)

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