E-paper - 16. Juli 2014
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Zahnersatz für jedermann

Krone, Brücke, Implantat – Was die Kasse zahlt

Bayreuth - Vielen Menschen graut es, wenn es um Kosten für den Zahnersatz geht. „Zwar hat jeder Betroffene die Wahl zwischen günstigeren Kronen und Brücken oder teuren Implantaten, Ausgaben bleiben ihm trotzdem nicht erspart“, sagt Ingo Dantzer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Leiter der Klinik am Weserbogen in Nienburg.

Unabhängig davon, wofür sich der Patient entscheidet, zahlt die gesetzliche Kasse immer den gleichen Beitrag: den sogenannten befundorientierten Festzuschuss, da sie ausschließlich für die einfachste Lösung des Zahnersatzes aufkommt. Diese Regelung gilt seit 2005 für alle gesetzlichen Krankenkassen und errechnet sich durch den Schnitt der Kosten pro Behandlung. Aber was bedeutet dies für jeden Einzelnen? Zunächst spricht der Arzt eine Empfehlung des für den Patienten am besten geeigneten Zahnersatzes aus.

Bei der Zahnkrone handelt es sich um den sichtbaren Teil des Zahnes, welcher aus dem Zahnfleisch herausragt. Sie empfiehlt sich in Fällen, bei denen Karies oder eine alte Füllung bereits bis unter das Zahnfleisch reicht.

Brücken ziehen Ärzte in Betracht, wenn dem Patienten einer oder mehrere Zähne fehlen. Dabei dienen die benachbarten Zähne als Pfeiler, um die Brücke zu befestigen.

Zahnimplantate wiederum kommen den eigenen Zähnen am nächsten. Hier verankert der Chirurg eine Titanschraube als Implantatkörper im Kieferknochen. Sie dient als Halterung für die spätere sichtbare Krone.

Es gibt jedoch wichtige Unterschiede bei der Höhe der Zuschüsse. Im Fall einer regelmäßigen Untersuchung beim Zahnarzt und entsprechendem Eintrag in ein Bonusheft von über fünf Jahren erhöht sich der Festzuschuss um 20 Prozent, bei über zehn Jahren sogar um 30 Prozent. Sozial schwächere Patienten unterstützt die Kasse mit einem doppelten Beitrag.

Weiter unterscheidet die Krankenkasse zwischen sichtbaren und unsichtbaren Bereichen, in denen der betroffene Zahn liegt. Für alle Zähne des sichtbaren Bereiches gewährt sie eine zusätzliche Förderung für eine Verblendung. „Generell gilt also, dass der Patient den restlichen Anteil, der nach Abzug des Festzuschusses übrig bleibt, selbst zahlt“, sagt Dantzer. Wichtig: Vor Behandlungsbeginn muss der Patient immer einen vom Arzt erstellten Heil- und Kostenplan bei der Krankenkasse einreichen und genehmigen lassen.

Was viele nicht wissen: Zahnimplantate fallen zwar streng genommen unter Privatleistungen, aber auch hier zahlt die Kasse dank der aktuellen Regelung den Festzuschuss.red

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 16. Juli 2014, Seite 11 (272 Views)

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