E-paper - 16. Juli 2014
Fränkische Zeitung

E-Paper - Auswahl
 
 

Alles rein?

Wasserprüfung auf Legionellen ist ein Muss

Bayreuth - Sie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, können aber richtig gefährlich werden: Legionellen im Trinkwasser. Weil sich die Bakterien unbemerkt in die Leitungen mogeln, muss das Wasser regelmäßig überprüft werden. Und zwar in allen öffentlichen Gebäuden, wie Hotels, gewerblich genutzten Gebäuden, wie Mietwohnungen, wenn der Boiler mehr als 400 Liter fasst oder das Leitungsvolumen vom Boiler-Abgang bis zur letzten Entnahmestelle mehr als drei Liter fasst.

Das besagt die geänderte Fassung der Trinkwasserverordnung. Sie gilt seit 1. November 2011. Doch Norbert Hauptvogel schlägt Alarm. „Viele wissen gar nicht, dass sie ihr Trinkwasser überprüfen lassen müssen“, sagt der zertifizierte Probenehmer im Labor Dr. Staber. Ob Kindergärten, Fitnessstudios oder Sportvereine – alle müssen unter den genannten Voraussetzungen die Untersuchung machen lassen. Müssten. „Viele sehen nur die Kosten. Dabei geht es uns um die Gesundheit der Menschen“, sagt Hauptvogel. Je nach Objektgröße kostet die Überprüfung etwa 200 Euro. Bis zu 25.000 Euro Strafe oder zwei Jahre Haft drohen bei Missachtung.

Legionellen verbreiten sich über kleinste Wassertröpfchen. Die Bakterien werden beispielsweise beim Duschen eingeatmet und setzen sich auf der Lunge fest. Eine schwere Lungenentzündung kann die Folge sein. Auch in Bayreuth und der Umgebung sind die Bakterien ein Thema. Bei den Untersuchungen stößt das Labor Dr. Staber immer wieder auf Legionellen. „Es kam auch schon vor, dass das Gesundheitsamt ein Duschverbot aussprechen musste.“ Erkrankungen durch Legionellen im Trinkwasser habe es in den letzten zwei Jahren zwar nicht gegeben, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Klaus von Stetten. „Aber die Zahl der Überschreitungen des technischen Maßnahmewertes von 100 Koloniebildenden Einheiten per 100 Milliliter beträgt etwa 20 Prozent der uns vorgelegten Untersuchungsergebnisse.“ Schuld sind oft falsch eingestellte Boiler. Auf 60 Grad muss das Warmwasser mindestens hochgeheizt werden, damit keine Legionellen entstehen. „Auch in Totleitungen können sich die Bakterien absetzen und dann in den Wasserkreislauf gelangen und Schaden anrichten“, sagt Hauptvogel.

Werden Legionellen festgestellt, muss eine Gefährdungsanalyse gemacht werden, um festzulegen, wie man die Ursache beseitigen kann.afra

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 16. Juli 2014, Seite 1 (659 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE