E-paper - 26. Oktober 2011
Fränkische Zeitung

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Italienische Momente

Kunst, Kultur und Kulinarik locken Touristen

Bayreuth - Sonne, Sand, sauberes Wasser – das ist die Wunschkombination für entspannte Ferien mit der ganzen Familie. Wenn das Ziel dann auch noch preisgünstig und schnell erreichbar ist, dann ist es ideal. Die italienische Adria erfüllt mit gut 250 Kilometern Küste diese Ansprüche ganz gut und wird deshalb folgerichtig von den meisten Urlaubern im eigenen Wagen angesteuert.

Wer mehr möchte als Faulenzen am Strand, macht eine Entdeckertour durch mehr als 2000 Jahre Kunst und Kultur. Egal ob im Friaul, im Veneto oder in der Emilia-Romagna – die Spuren der Römer sind noch heute überall zu finden.

Traumziel vieler Verliebter ist immer noch Venedig, die Stadt der Gondeln und der Tauben. Rom ist Ziel zahlloser Pilger, die einmal dem Kirchenoberhaupt nahekommen möchten. Mailand und Florenz locken als Mode- und Einkaufsparadies.

Romeo und Julia, Casanova, die Familie Borghia oder Galileo Galilei – Liebe und Sex, Mord und Totschlag, Wissenschaft und Religion prägen die italienischen Momente, aus denen Weltliteratur entstand. Wer weiß schon, dass der berühmteste Balkon der Weltgeschichte, der Vorbau am Haus der Capulets in Verona, früher wahrscheinlich Teil eines Sarkophags war?

Dass der Mensch nicht nur von der Liebe und der Kultur lebt, wissen Italiens Mammas und bereiten köstliche Nudelgerichte zu. Gibt es eigentlich ein Kind, das Nudeln mit Tomatensoße nicht mag? Die berühmten Spaghetti alla Bolognese stammen aus der Hauptstadt der Emilia-Romagna, werden aber im ganzen Land geradezu zelebriert. Die Zubereitung des Sugo, der sämigen Tomatensoße, hat eine lange Tradition und jede Familie hütet ihr eigenes Rezept. Außer Hackfleisch und Tomaten gehören in diese Soße auch Karotten. Und obendrauf ein gelber Berg frisch geriebener Parmesan!

Haben Sie schon einmal „Priesterwürger“ gegessen? In den Restaurants an der mittleren Adria werden „Strozzapreti con pesce di coglio“ serviert – das sind unregelmäßig geformte Pasta mit Krustentieren und Muscheln. Der Name kommt daher, dass angeblich an den köstlichen Teigwaren einmal ein gieriger Priester erstickt sein soll.heim

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 26. Oktober 2011, Seite 4 (258 Views)

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