E-paper - 26. Oktober 2011
Fränkische Zeitung

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Leben mit Tod und Trauer

Trauerfeier – Trauerrede – Symbole helfen

Bayreuth - Eine persönliche und gefühlvolle Trauerfeier ist für die Hinterbliebenen eine wertvolle Hilfe auf dem Weg durch die Trauer. Die Trauerfeier dient einerseits der Abschiednahme vom verstorbenen Menschen, andererseits würdigt und wertschätzt sie dessen Leben und die Persönlichkeit.

Die Wahl des Ortes

Allein schon die Wahl des Ortes sollte deshalb gut bedacht werden.

Im Prinzip ist jeder Ort möglich, der die Würde des Verstorbenen wahrt. Selten geschieht die Trauerfeier zu Hause, an dem bisherigen Lebensort, was prinzipiell wie die Hausaufbahrung möglich ist.

Manche wählen eine Kapelle oder einen entsprechenden Raum, wo die Urne oder ein Bild des Verstorbenen im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Andere suchen einen Ort, der dem Verstorbenen lieb und wertvoll war, dazu auf.

Jedes Jahr erscheinen in Deutschland zahlreiche Ratgeber zum Thema Trauer. Das klassische Modell, nach dem Trauer in bestimmten Phasen abläuft, gilt als überholt. Neuere Modelle, die Trauer als Pendeln zwischen der Verlustverarbeitung und der Bewältigung der veränderten Alltagsanforderungen beschreiben, kommen den Situationen der Trauernden weitaus näher.

Die Kraft der Symbole

Traditionelle wie moderne Rituale beim Abschied von einem verstorbenen Angehörigen helfen, nicht nur den Verstand, sondern auch die Sinne anzusprechen und vermögen im Trauernden tiefere Schichten zu erreichen, als es Worten allein gelänge.

Die Möglichkeit, auf symbolischer Ebene zu handeln, kann Menschen in besonderen Situationen Halt und Orientierung geben. Früher waren kirchliche Vorstellungen prägend, wie Bekreuzigung, Weihwassergabe, Gebet, Kerze oder ein um die Hand gewickelter Rosenkranz. Heute wird öfter ein persönlicherer Bezug geschaffen, indem man beispielsweise den Verstorbenen noch einmal berührt und streichelt, einen Brief, ein Foto, ein selbst gemaltes Bild oder liebgewordene Gegenstände mit in den Sarg legt.

Vielen hilft es, den Verstorbenen durch Rituale auch weiterhin in ihrem Leben in Erinnerung zu behalten: Sie decken eine Zeit lang für ihn weiter den Tisch, entzünden Kerzen vor seinem Bild, berühren Gegenstände, die ihm wichtig waren oder feiern seinen Geburtstag. bho

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www.trauerforschung.de>

Möglichkeiten der

Begleitung am Wohnort:

– Selbsthilfegruppen und Vereine

– Institutionen im Beratungs- und Betreuungsbereich, z.B. Wohlfahrtsverbände, kirchliche Einrichtungen

– Hospizeinrichtungen

– PsychotherapeutInnen

– Bildungsträger

– Bestattungsinstitute

– geschulte Trauer-

begleiter

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 26. Oktober 2011, Seite 10 (266 Views)

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